Geschichte und Merkwürdigkeiten

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Geschichte der Burg Rabí

Der Kern der Burg entstand in der Mitte des 14. Jahrhunderts in Form einer kleinen Feste. Die Burg wurde an günstig gelegener Stelle errichtet, um den Handelsweg (der die Städte Sušice und Horažďovice verband) und die bedeutenden reichen Goldseifen entlang des Flusses Otava zu schützen.

historie

In die Geschichtsschreibung tritt die Burg im Jahre 1380, als die Besitzer der hiesigen Länder bereits die Riesenberger waren. An der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert wurde die Burg umgebaut und befestigt und sie zählte unter die festesten in Böhmen. Die geschah so wahrscheinlich in Folge der Kämpfe zwischen Anhängern König Wenzels IV. und den Mitgliedern der Herrenvereinigung, zu welcher auch der damalige Besitzer der Burg, Břeněk Švihovský von Riesenberg, zählte.

Im Jahre 1407 ging die Herrschft Rabí auf Johann von Riesenberg über, welcher als politischer Faktor und späterer Gegner der Hussiten bekanntwurde. Deshalb belagerte und erstürmte das hussitische Heer die Burg zweimal und das in den Jahren 1420 und 1421. Bei der zweiten Belagerung kam hier Jan Žižka um sein zweites Auge. Diese Ereignisse haben die Burg wahrscheinlich am meisten berühmt gemacht.

Nach dem Tode Johanns von Riesenberg fiel die Burg Wilhelmen dem Jüngeren von Riesenberg zu und ging später auf dessen Neffen Půta II. Švihovský von Riesenberg über, welcher dank seinem immensem Reichtum und seiner einflußreichen Stellung (er hatte das Amt des obersten Landesrichters inne) sich um einen nie dagewesenen baulichen Aufschwung des Objektes verdient gemacht hat. Der Umbau wurde wahrscheinlich unter Beteiligung des führenden Architekten Benedikt Reit durchgeführt. Das Burggelände wurde von stattlichen Befestigungsmauern mit einem System vorgeschobener Geschützbasteien umgeben. Půtas Söhne, denen Rabí ab 1504  gehörte, haben sich aber sehr stark überschuldet und waren gezwungen, das ganze Familienvermögen nach und nach auszuverkaufen. Im Jahre 1548  kahm die Reihe auch an Rabí.

In der folgenden Zeit wechselte die Burg oftmals ihre Besitzer - Heinrich Kurzbach von Drachenberg, Diviš Malowetz von Libjejowitz, Wilhelm von Rosenberg. 1570 erhält sie Anam Chanovský von Langendorf, dessen Nachkommenschaft die Burg bis ins erste Jahrzehnt des 18.  Jahrhunderts hinein behielt. Damals gelangte das Objekt, aufgrund schlechten Wirtschaftens der letzten Besitzer und der schweren Zeit in und nach dem dreißigjährigen Krieg schon beträchtlich verwahrlost, in die Hände des Adelsgeschlechtes derer von Lamberg.

Um 1710 vollendete ein Brand den endgültigen Untergang wie auch die Tatsache, daß die frei zugängliche Burg eine wilkommene Quelle von Baumaterial für Bewohner umliegender Dörfer wurde. Die Lamberger schenkten 1920 dem Verein zum Erhalt historischer, künstlerischer und natürlicher Denkmäler in Horaschdowitz symbolisch für 1,- Kč. Zu dieser Zeit begannen erste Sicherungsmaßnahmen zur Restaurierung der Burg. Im Jahre 1945 wurde die Burg in staatliche Hände übergeben und 1978 wurde sie zum nationalen Kulturdenkmal erklärt.

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Menschen

Wilhelm von Riesenberg - oberster Kämmerer des Königs Georg von Podiebrad: Der oberste Kämmerer ist einem Ministerpräsidenten vergleichbar. Obwohl er Katholik war, setzte er sich für Versöhnung mit den Hussiten und Aufrechthaltung der tschechischen Staatlichkeit in der Ära der hussitischen Stürme ein.

 

Půta II. Švihovský von Riesenberg - der bedeutendste Besitzer der Burg: ein gebildeter, vielseitiger Aristokrat; er verrichtete die Funktion des höchsten königlichen Richters. Auf seinen Herrschaften wurde er als tüchtiger Wirtschafter und freigebiger Gönner berühmt.

 

Wilhelm von Rosenberg - der bekannteste Eigentümer der Burg: einer der prominenten tschechischen Magnaten der frühen Neuzeit.

Bohuslav Balbín - tschechischer Historik des 18. Jahrhunderts, der die Burg besuchte und die Szene vor dem vierten Tor, dem so genannten Žižkator erzählte, und ausführlich den Verlust Žižkas Auge vor der Burg schilderte.

Georg von Lamberg - war der letzte adelige Burgbesitzer: Der letzte männliche Vertreter der Lamberger auf der hiesigen Herrschaft war Karl Otmar Lamberg, Offizier der Abwehr, der im Jahre 1942 unter ungeklärten Umständen in Auschwitz hingerichtet wurde.

Burg

Größe - Rabí ist mit ihrem Ausmaß die größte Burgruine in Tschechien. Der Umfang der Burgmauer und der Gebäuden beträgt über 3 Kilometer.

 

Brunnen - Im ersten Burghof befindet sich in Felsen gemeißelter Brunnen. Er gehört zu den tiefsten, die man auf den tschechischen Burgen sehen kann.

 

Bausteine - für die ganze Burg wurde als Baumaterial Kalkstein mit großem Anteil vom Quarzkiesel verwendet. Der Stein wurde dem nunmehrigen Burggraben entnommen.

Senkgrube - eine Rarität auf der Burg: einzigartiger Anbau von trapezförmigem Grundriss, der während des spätgotischen Umbau entstand. Es ist ein Bestandteil des Wohn- und Wehrturms (des so genannten Donjons). In diesen Behälter wurde der Abfall von zwei Aborterkern der Burg abgeleitet.

 

Burgkeller - in der Burg befinden sich weitläufige Kellerräume auf mehreren Ebenen. Der unterste Teil des Kellers wurde in den Kalkuntergrund von Hand gemeißelt und reicht in eine Tiefe von 9 Metern unter der Oberfläche.

Kirche zur allerheiligsten Dreifaltigkeit - ein Bestandteil des Burgareals ist auch die spätgotisch umgebaute Kirche zur allerheiligsten Dreifaltigkeit, die gleichzeitig auch einen Teil der Burgbefestigung bildete. Die letzten Änderungen rühren von Anfang des 20. Jahrhunderts her, als der Innenraum im Jugendstill verziert wurde. Im vorigen Jahr wurde an der Kirchenfassade eine tschechisch geschriebene Aufschrift aus dem Jahr 1684 gefunden. Diese berichtet über Umbauten aus jener Zeit.

 

Hölzerne Elemente - auf der Burg finden sich Reste vieler hölzerner Balken. Durch dendrochronologische Untersuchungen dieser Hölzer gelang es festzustellen, in welchen Jahren die Bäume dafür geschlagen wurden, aus denen man die Balken herstellte. Auf diese Weise konnte man die Daten der Entstehung einiger Gebäude oder baulicher Veränderungen genauer eingrenzen.

 

Filme, die auf der Burg spielen

 

1967 František Vláčil: „Markéta Lazarová" und „Tal der Bienen",

1970 Jiří Weigl: „Radúz und Mahulena",

1979 Passagen des Filmes „Die Göttliche Emma" von Jiří Krejčík,

1986 Die Galoschen des Glücks", slowakisches Märchen von Juraj Herz,

1991 Hynek Bočans märchenhafte Erzählung „O zapomětlivém černokněžníkovi",

1999 „Von Drachen und Verliesen", amerikanisches Märchen,

„Der Bär ist los", tschechisch-deutscher Kinderfilm von Dana Vávrová,

Die Jungfrau im Apfelbaum", tschechisches Märchen von Milan Cieslar,

Teil der französischen Seirie unter der Regie von Josée Dayan „Die Elenden", mit Gérard Depardieu in der Hauptrolle,

2000 „Es ist schwer Gott zu sein", des russischen Autors von Zukunftsfilmen Alexej German,

2001 „Das Jahr des Teufels" von Petr Zelenka.

 

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